Project Description

E-Vorspann-Handbike

Der Rollstuhlfahrer will seinen Aktionsradius erweitern und schneller von A nach B kommen. Für Einkäufe im nahen Einkaufszentrum, wie auch für tägliche Fahrten in urbaner Umgebung eignet sich das E-Vorspann-Handbikes hervorragend. Die elektrische Antriebshilfe steigert den Aktionsradius erheblich.

Schnellübersicht E-Vorspann-Handbike

Sitzposition: wie Rollstuhl

Rahmen: einfacher Schnellverschluss, starre Verbindung zum Rollstuhl

Schaltung: Nabenschaltungen robust, einfach.

E-Antriebe: Naben- /Mittelmotoren und Akku tief plaziert.

Bremsen: Kombination von Scheibe- und Felgenbremsen. Für Tetraplegiker Rücktritt.

Radsturz: wie Rollstuhl. Mit Radstandsverlängerung so viel wie möglich.

Räder: 406 (20″) oder 507 (24″). Reifen eher breiter z.B. 47-406 bzw. 47-507.

Sicherheit: Signalflagge.

Sitzposition

  • Beim E-Vorspann-Handbike übernimmt der Rollstuhl die Positionierung des Nutzers die Kurbel darf nicht zu hoch sein. Eingelenkt soll der Griff knapp über die Beine drehen.
  • Die Arme müssen, wenn die Kurbelgriffe horizontal nach vorne gerichtet sind, immer noch einen leicht Ellbogen knick aufweisen, dürfen also nicht voll durchgestreckt sein.
  • Der Rücken lehnt immer an der Rückenlehne an.
  • Das Antriebsrad muss so weit vor den Fussspitzen sein, dass genügend Raum zwischen Fussspitze und Rad bleibt. Trotzdem soll das Rad so nah wie möglich am Rollstuhl sein. Kleine Räder erleichtern diesen Punkt.
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Sitzposition Vorspann-Handbike
Quelle: Schweizer Paraplegiker Stiftung / Handbike-Andi

Rahmen

Docking Sopur Attitude
www.sunrisemedical.de
ProActiv HUSK-E mit Shimano Steps Motor
Quelle: https://www.proactiv-gmbh.de
  • Die Rahmenkonstruktion eines Vorspann- / Adaptiv-Handbikes mit Elektrounterstützung verlangt nach stabiler Verbindung zum Rollstuhl. Durch den Motor wirken grössere Kräfte auf diese Verbindung beim Beschleunigen wie auch beim Bremsen.
  • Vorspann-E-Handbikes müssen über einen stabilen, sicheren Ständer verfügen, der das Ankoppeln zuverlässig zulässt. Dies muss auch von Menschen mit stärkeren Einschränkungen erledigt werden können. Das E-Handbike kann nicht vom Boden aufgehoben werden.
  • Die Verbindung zwischen Handbike und Rollstuhl muss spielfrei und steif sein.
  • Die Andock-Konstruktion muss ohne am Rollstuhl fixierte schwere Adapter auskommen.
  • Nur vom Rollstuhl-Hersteller zugelassene System verbauen.
  • Bei regelmässigen Fahrten auf stark ansteigenden Strassen ist die Montage einer Radstandverlängerung zu überlegen.
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Handgriffe / Schaltung

  • E-Vorspann-Handbikes sollen möglichst einfache Schaltungen enthalten.
  • Nabenmotoren schränken teilweise die Auswahl der Komponenten ein, so gibt es kaum Motoren die den Einsatz von SRAM 12-Gang Kassetten zulassen.
  • In der Regel genügen 1×11 oder 1×10 Schaltungen völlig. Damit lässt sich auf ein Schaltkabel verzichten.
  • Beim Einsatz von Mittelmotoren müssen spezielle Ketten, Kettenblätter und Ritzel für E-Bikes verwendet werden, da normale Bauteile die zusätzliche Kraft des Motors nicht aushalten werden. Mit Mittelmotoren sind weniger Gangstufen ausreichend so bietet die spezielle E-Bike-Schaltgruppe SRAM EX1 1×8 Gänge was in der Regel gut ausreicht.
  • Perfekt, weil unkompliziert und robust ist eine Kombination von Mittelmotor auf eine Nabenschaltung. Z.B. Shimano E6100 Motor und Nexus 8-Gang Naben-Schaltung. Die Nexus kann in der Di2 Ausführung auch elektronisch (Knopfdruck) bedient werden.
  • Handgriffe ovales Griffrohr mit Schalt- und Bremsarmaturen am Griff.
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Nexus Nabenschaltung, HUSK-E
Quelle: https://www.proactiv-gmbh.de

E-Handbike Antriebe

Sopur Attitude Hybrid
Quelle: www.sunrisemedical.de
  • Naben Motoren sind die bevorzugte Wahl. Am E-Vorspann-Handbike dürfen das auch Direktläufer sein, da der klassische Nutzer kaum stundenlange Bergauffahrten unternimmt. Die Direktläufer sind diskreter, ruhiger und stellen ihre Kraft dosierter zur Verfügung.
  • Das ProActiv Husk-e beweist, dass auch E-Vorspann-Handbikes perfekt mit Kurbel-(Mittel-)motoren ausgerüstet werden können.
  • Akkus so tief wie möglich angehängt, da der Schwerpunkt beim Vorspann-Handbike konstruktionsbedingt sehr hoch ist.
  • Alle Komponenten am Handbike, nicht am Rollstuhl, da sonst der Rollstuhl im Alltag schwerfälliger wird.
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Bremsen

  • Zwei Felgenbremsen genügen nicht um stärkere, schwerere E-Vorspann-Handbikes zuverlässig zu verzögern.
  • Ideal ist eine Kombination aus einer grossen Scheibenbremse und einer Felgenbremse.
  • Perfekt ist auch die Lösung von zwei Bremskörpern welche auf eine möglichst grosse Scheibe wirken. Grosse, schwere Menschen die im alpinen Raum leben und gerne lange Passabfahrten geniessen, sollten von dieser Lösung absehen, da die Überhitzung der Bremsscheibe zum Problem werden könnte .
  • Bei Systemen mit Mittelmotor und Nabenschaltungen können Rücktrittbremsen in Frage kommen. Leider verlangen sie zusätzliche Bedienungselemente und der Fahrer muss daran denken die Bremse zu aktivieren oder zu deaktivieren.
  • Systeme für Tetraplegiker kommen nicht ohne Rücktrittbremse aus.
  • Interessant sind wireless Bremsen mysmartbrake. Damit kann das leidige Thema mit den schwingenden Kabeln reduziert werden. My Smartbrake bietet zusätzlich eine perfekte Parkbrems-Funktion. Natürlich ist eine mechanische Notfallbremse unerlässlich.
mehr zu Bremsen
Doppelbremse auf einer Scheibe
Quelle: https://www.schmicking.com
Smart Brake Set 1x2
Quelle: https://mysmartbrake.com

Radsturz

Radstandverlängerung mit Sturz
https://www.proactiv-gmbh.de/
  • Beim E-Vorspann-Handbike kann Radsturz Sinn machen, da dadurch die Auflagefläche auf dem Boden verbreitert wird. Da der Rollstuhl durch den Radsturz im Alltagseinsatz zu breit würde, kann man nur in Kombination mit einer Radstandverlängerung über mehr Radsturz nachdenken.
  • Achtung beim Einsatz von Sportrollstühlen mit Radsturz an einem Vorspann-Handbike muss die Spur umgestellt werden. Beim Anheben der Vorderräder öffnet sich die Spur markant, mehr Rollwiderstand und starker Reifenverschleiss ist die Folge.
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Räder

  • E-Vorspann-Handbikes sind kompakter und wendiger mit kleineren 406 (20“) Rädern.
  • Die Felgen sollen von robuster, stabiler Bauart sein.
  • Wer an der Anzahl Speichen spart riskiert den frühzeitigen Radkollaps. Mindestens 36 Stück pro Rad sollten es sein.
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Stricker Handbike
Quelle: https://www.stricker-handbikes.de

Reifen

E-Handbikereifen Michelin Energy
https://bike.michelin.com
Quelle: https://maxxistires.de
  • An Vorspann-E-Handbikes laufen gut auf breiten, pannengeschützten Reifen, in der Art Michelin Energy, Continental Contact oder Schwalbe Energizer Plus, 45 bis 50mm breit, was z.B. der Dimension 46-406 entspricht.
  • Interessant für E-Vorspann-Handbikes sind BMX Reifen wie z.B. der Schwalbe Jumpin‘ Jack oder Maxxis Holly Roller, da diese Reifen viel Grip auf losem Untergrund bieten.