Reifen für den Strassen-Rennsport

Rennfahrer versuchen mit schmalen, harten Reifen die Reibung auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und mit dünnen Gummis Gewicht zu sparen. Für mehr Speed nehmen sie in Kauf, dass die Lebensdauer der Reifen unter diesen Optimierungen leidet. Die Gefahr auf Rennstrecken Plattfüsse infolge Dornen, scharfkantigen Steinen oder durch Durchschläge (Snake bites) einzufahren, darf man stressfrei verdrängen.

Jeder Rennfahrer muss aber auch viele Trainingskilometer absolvieren, nur wenige können es sich leisten nach jedem zweiten Training das Handbike neu zu Bereifen. So ist auch der Rennfahrer auf zuverlässigere Reifen angewiesen.

Dieses Thema spielt auch eine Rolle bei der Überlegung ob ein Schlauchreifen / Collé oder klassische Reifen mit Schlauch aufgezogen werden.

Stell dir vor, du fährst mit einem Schlauchreifen über einen Dorn. Der Reifen ist irreparabel kaputt du kannst ihn entsorgen. Passiert dir das mit einem Reifen mit Schlauch, reparierst du den Schlauch, im schlimmsten Fall braucht es einen neuen, operierst den Dorn aus der Decke, Luft rein und weiter geht’s.

Luft rein ist das Stichwort. Wieviel soll‘s denn sein? Zu diesem Thema schreibe ich ein paar Gedanken unter der Rubrik Luftdrücke.

Renn-Handbike Drahtreifen (Clincher)

Renn-Handbikereifen Continental GP

Quelle: https://www.continental-reifen.de/fahrrad

Kenda Kriterium Endurance

Quelle: https://bicycle.kendatire.com/

Renn-Handbikereifen Schwalbe One

Quelle: www.schwalbe.com

Michelin Pro4 Service Course

Quelle: https://bike.michelin.com

Panaracer Minits Lite

Quelle: https://www.panaracer.com

Maxxis Xenith Hors Renn-Handbikereifen

Quelle: https://maxxistires.de

Vittoria Corsa

Quelle: https://www.vittoria.com

Renn-Handbike Schlauch-Reifen / Collé

Continental Competition Tubular

Quelle: https://www.continental-reifen.de/fahrrad

Tufo Collé MS3

Quelle: https://www.tufo.com

Dugast Handmade Collé

Quelle: https://www.a-dugast.com/

Vittoria Juniores Tubular

Quelle: https://www.vittoria.com

Luftdruck in Strassen- und Rennreifen

Wie bereits beschrieben ergeben viele Faktoren am Ende einen guten Rennreifen. Die Fachleute der Reifenhersteller wissen genau, welche Rahmenbedingungen ihr Reifen braucht um optimale Werte zu erzielen. Sie wissen auch genau wo sich ihr Reifen von den anderen abhebt und wo nicht. Nicht zuletzt kennen sie die Grenzen ihrer Reifen hinsichtlich der Sicherheit.

So sind die Druckangaben auf den Reifen und den dazugehörigen Dokumenten genau überlegt und schlüssig.

Ich weiss nicht, wieviel dem Rennfahrer daran gelegen ist, dass ihm der Reifen oder die Felge während des Rennens um die Ohren fliegt, oder er sich im Spital wiederfindet.

Schwachpunkt Schlauch

Bei Reifen mit Schlauch ist der Schwachpunkt nicht der Reifen sondern der Schlauch. Bei derart hohen Drücken jenseits von 8 Bar, werden die Schläuche stark in die Löcher der Felge gedrückt, die Felgenbänder werden richtig gehend ausgestanzt. Zwar gibt es verstärkte Felgenbänder im Fachhandel aber der nächste Schwachpunkt ist das Ventil, sitzt es nicht passgenau im Felgenloch, wird es bei solchen Drücken oft ausgerissen.

Schwachpunkt Felge

Richtig teuer wird es, wenn der zu grosse Druck die Felge sprengt. Immerhin drei meiner Kunden mussten sich mit diesem Problem auseinanderschlagen. In einem Fall segnete eine 3‘000 Euro Carbonfelge das Zeitliche.

Erfahrung mit zu hohem Luftdruck

Am eigenen Leib erlebte ich an einer Tour de lac Leman, einem Rennen über 175 km rund um den Genfersee, was passiert wenn man denkt, man sei schlauer als die Ingenieure. Ich fuhr damals mit einem Continental GP (Vorläufer vom GP4000) Reifen am Vorderrad mit 9.5 Bar bei strömenden Regen. In einer nach aussen abfallenden, engen Kurve schob mein Handbike, trotz eingelenktem Vorderrad stur geradeaus. Der Reifen fand keinen Grip. Da ich mein Handbike und diese Kurve gut kannte, überraschte mich die Situation völlig.

Für mich endete dieses Rennen im Universitäts-Spital Genf und nicht wie vorgesehen, beim Parc Olympique in Lausanne.

Was genau ist passiert?

  1. Das Handbike legt sich nicht in die Kurve wie ein klassisches Rennrad. Der Reifen läuft auch in der Kurve auf der harten, profillosen Mittelzone. Die extra für Kurvenfahrt in die Lauffläche eingearbeiteten weichen Seitenflanken kommen nicht zum Einsatz.
  2. Das Handbike bringt, weil es mit drei Rädern ausgestattet ist, weniger Gewicht pro Rad auf die Strasse. Die Auflagefläche wird winzig klein. Es sollte mit weniger als dem als Maximum angegebem Druck gefahren werden. Fussgänger Rennradfahrer beschreiben 8 Bar als ideal bei 75 kg Körpergewicht , also 0.5 Bar weniger als die maximal zulässigen 8.5 Bar. So dürfte der ideale Druck beim Handbike bei etwa 7.0 Bar liegen.
  3. Auf regennasser Strasse sollte grundsätzlich mit weniger Druck gefahren werden als bei bei Trockenheit.

Mein Reifen war also schlicht überpumpt, totgepumpt. Die Auflagefläche so klein, dass sie den Fliehkräften in der Kurve nichts entgegenzusetzen hatte.

Und was hat mir das eingebracht?

Keine Rangierung und abgerissene Muskelansätze im Oberarm inklusive sechs Wochen Handbike Verbot.