Reifen für CrossCountry- / MTB-Handbikes

CrossCountry- / Mountain-Handbiker sind mit breiten, weichen Reifen gut bedient. Im Gegensatz zum Rennreifen auf der Strasse, soll sich der Mountainbike Reifen dem Untergrund anpassen.  (mehr im Kapitel „Luftdrücke“)

Beim CrossCountry- / Mountain-Handbiken, besonders auf Schotter-, Kies-, Wald- und Flurwegen macht es durchaus Sinn am Antriebsrad andere, griffigere Reifen zu benutzen als auf den nicht an getriebenen Laufrädern.

Reifen für CrossCountry- / MTB-Handbikes vorne

Viel Spass machen schmale Fuss- / Waldwege, Fussgänger Mountainbiker nennen sie Singletrails, dabei läuft das Handbike-Antriebsrad schön mittig auf dem Weg, braucht deshalb mehr Grip weil dort die Wege oft weicher, matschiger und tiefer sind.

Continental MountainKing Protection

Quelle: https://www.continental-reifen.de/fahrrad

Schwalbe Smart Sam

Quelle: www.schwalbe.com

Continental Cross King Protection

Quelle: https://www.continental-reifen.de/fahrrad

Maxxis Ardent

Quelle: https://maxxistires.de

Reifen für CrossCountry- / MTB-Handbikes hinten

Die beiden Hinterräder laufen die meiste Zeit neben dem Weg und genau dort hat der Erfinder des Waldes mit grosser Liebe und Zuverlässigkeit das Reich der Dornengestrüppe vorgesehen. Wer sich häufiges Schläuche reparieren oder wechseln ersparen will, achtet besser auf guten Pannenschutz an den Hinterrädern.

Continental RaceKing Protetion

Quelle: https://www.continental-reifen.de/fahrrad

Schwalbe Land Cruiser Plus

Quelle: www.schwalbe.com

Michelin Country Dry2

Quelle: https://bike.michelin.com

Maxxis Ikon

Quelle: https://maxxistires.de

Schlauchlose (tubeless) Reifen

Neueren Datums sind Bemühungen der Reifenindustrie, analog der Autoreifen, schlauchlose (tubeless) Lösungen zu finden. Damit könnten die Snakebites als Randnotiz der Geschichte in Vergessenheit geraten.

Technisch macht Tubeless jedoch nur bei grossvolumigen Mountainbike Reifen mit relativ niedrigen Luftdrücken wirklich Sinn.

Die ersten Fussgänger gewannen in den letzten zwei bis drei Saisons viel Erfahrung und berichten äusserst positiv.

Werbung zu tubeless

„An deinem Bike sind Teile, welche du gar nicht benötigst. Entferne sie und profitiere von massiven Vorteilen, wie mehr Grip, mehr Komfort, mehr Bremspower und geringeres Gewicht. Go Tubeless!“

Die Vorteile liegen auf der Hand

  1. Die Schläuche fallen weg, was mehrere hundert Gramm Gewicht ausmacht.
  2. Der Reifen kann mit weniger Luftdruck gefahren werden, da die Gefahr von Durchschlägen (Snakebites) eliminiert wird. Wenn kein Schlauch da ist, kann der auch nicht durchgeschlagen werden.
  3. Ohne Schlauch entfällt die Reibung zwischen Schlauch und Reifen so kann sich der Reifen freier bewegen und schluckt Unebenheiten viel besser, so kann er auch Grip aufbauen wo mit dem Schlauchreifen gar keiner war.
  4. Ein Reifen ohne Schlauch besitzt bessere Rolleigenschaften weil er sich schneller verformen kann.
  5. Da das Ventil direkt in der Felge fixiert wird ist die Gefahr der Ventilabrisse gelöst.
  6. Durch die Dichtigkeitsmilch welche bei Tubeless Reifen eingefüllt wird, schliessen sich kleine Löcher von selbst.

Nachteile

  1. Das Umrüsten ist relativ schwierig und zeitaufwendig.
  2. müssen extra Felgen und Reifen gekaut werden, denn schlauchlos funktioniert am Einfachsten mit tubeless ready „TR“ Felgen und Reifen.
  3. Durch die Dichtigkeitsmilch kann das wechseln der Reifen zu einer klebrigen Sauerei werden, vor allem wenn man noch nicht viel Übung vorzuweisen hat.

Warum soll tubeless für Mountain-Handbikes nicht funktionieren?

Ich will es auf jeden Fall wissen und werde mein Mountain-CrossCountry-Handbike umrüsten.

Wer sein Handbike umrüsten will, tut gut daran, herauszufinden ob seine Felgen „TR“ sind, also tubeless ready. Auf gewissen Felgen ist das vermerkt. Bei anderen kann man es im Internet herausfinden.

Luftdruck im CrossCountry- und MTB-Handbike

In den Wohlfühlgegenden der Mountainbike-Reifen überwiegen Schotter, Steine, Gras, Matsch oder sogar Schnee und Sand, diese Reifen sollen grosse weiche Auflageflächen bilden, ohne den Rollwiderstand markant zu erhöhen.
Modernen MTB-Reifen verfügen über weiche Seitenflanken für geschmeidige Verformung und grobem Profil für viel Grip.

Wenig Luftdruck

Schmale Reifen vs breite Reifen

Rollstuhlfahrenden braucht man nicht zu erklären, wie es sich anfühlt mit schmalen Reifen auf tiefem, losem Schotter oder auf Sand fahren zu wollen.

Mountainbike-Reifen sollen die Auflage markant vergrössern und sich mit den Weichen Flanken dem Untergrund anpassen.

Der Mountainbike Reifen wird mit wenig Luftdruck gefahren. Die Hersteller empfehlen in der Regel 2 – 4 Bar, wobei Drücke über 3 Bar höchstens auf asphaltierten Strassen etwas Vorteil verschafft. Wer viel auf Asphalt fährt, sollte vielleicht seine Reifenwahl überdenken.
Am klassischen Deltatrike-Handbike erweisen sich 1.8 Bar vorne und max 2 Bar hinten als ideal. An den gelenkten Vorderrädern eines Tadpole-Handbikes braucht es vorne eher 2.5 Bar und hinten 1.8.

Einige selber gefahrene Versuche bestätigen mir, wie krass der Unterschied ist. Als Versuchsstrecken wählte ich sehr steile Rampen auf sandigem Kies-, Schotter-, Gras- oder Betonstrassen. Ich überpumpte den Schwalbe Smart Sam Reifen mit 4.5 Bar absichtlich, versuchte mich an diesen Steigungen und liess, bewaffnet mit einem Manometer, kontinuierlich und kontrolliert Luft ab.
Nur gerade auf Beton schaffte ich die steile Rampe mit 4.5 Bar. Auf der Schotterrampe fühlte es sich an als hüpfe der Reifen über die Steine und fand keinen Grip während sich der Reifen bei der Wiesenrampe ähnlich einer Fräse in den Boden eingrub. Mit abnehmendem Luftdruck verbesserte sich die Performance kontinuierlich. Bei lediglich noch 1.5 Bar griff der Reifen auf allen Untergründen hervorragend, mehr Grip lag nicht mehr drin.

Parallel mit dem Grip steigert sich auch der Komfort, der Reifen stülpt sich richtig gehend über die Steine und Unebenheiten.

Gefahr von “snake bites” / Durchschlägen

Achten sollte man sich vor grossen, kantigen Steinen oder ganz allgemein vor Hindernissen ähnlich einer Bordsteinkante. Denn dort kann der Reifen schnell durchschlagen und den Schlauch verklemmen, was zu berüchtigten Snakebites führt.

Man erkennt die dann an zwei kleinen Löchern parallel, gegenüberliegend im Schlauch.

Im Extremfall schlägt man sich leicht die Felge zu Bruch.