E-Handbike Antriebe

E-Handbike Antriebe erfreuen sich, wie die E-Bikes bei Fussgängern, grosser Beliebtheit.

Jeder Rollstuhlfahrer weiss aus eigener Erfahrung und jeder Bewegungs-Fachmann wird es bestätigen, die Anatomie von Schultern und Armen ist nicht aufgebaut um sich damit fortzubewegen.
Elektrische Antriebshilfen eröffnen ungeahnte Reichweiten und erschliessen dem Gehbehinderten Gebiete welche er sonst nur mit fremder Hilfe erreichen könnte.

Welcher Rollstuhlfahrer träumt nicht davon mit seiner Familie oder seinen nichtbehinderten Freunden durch Wälder zu streifen oder einfach mal mit dem Rad ins Naherholungsgebiet zu fahren. Mit E-Unterstützung wird dieser Wunsch auch Gelegenheits-Handbikern ermöglicht.

Auch bei den elektrischen Unterstützungssystemen nimmt das Handbike eine Sonderstellung ein.

Motoren
Sensoren
Akkus
Controller

Motorsystem am Handbike

Handbikes sind schwerer als Fahrräder und die Armkraft des Handikers ist schwächer als die Beinkraft des Fussgängers. Dadurch wird von der E-Unterstützung mehr abverlangt. So muss die E-Unterstützung an einem Handbike bereits beim Erklimmen eines Hügels ähnliche Leistung erbringen wie an einem Fussgänger-Mountainbike an einem ausgewachsenen Berg.

Flaches Gelände

Grafik flach

weniger 5% Steigungen

  • Direktläufer Nabenmotoren können ihre Vorzüge voll zur Geltung bringen.
    • ruhiger Lauf
    • sanftes Startverhalten
    • hohe Energieeffizienz
  • Getriebe Nabenmotoren fühlen sich in diesem Gelände wohl.
    • sanftes Startverhalten
    • etwas höhere Geräuschkulisse
    • hohe Energieeffizient
  • Mittelmotoren bewähren sich problemlos in der Disziplin Flachfahren.
    • Je nach Übersetzung schnell
    • höherer Geräuschpegel
    • keine Rekupuration

Hügeliges Gelände

Grafik hügelig

Steigungen bis 15% und bis ca 400 Höhenmetern

  • Direktläufer-Nabenmotoren werden an Steigungen heiss.
    • Die Kraft reicht kaum aus um in Steigungen von 10% bis 15% über 15 km/h zu bleiben
    • Start aus dem Stand bei 10% Steigung lässt solche Motoren schnell überhitzen
    • höherer Stromverbrauch
  • Getriebe-Nabenmotoren dürften mit den moderaten Steigungen keine Probleme machen.
    • dank dem Getriebe drehen die Motoren immer in gesunder Drehzahl
    • Starthilfe bringt genug Leistung um z.B. an 10% Steigungen zu starten.
    • moderater Stromverbrauch
  • Mittelmotoren fühlen sich in Hügeln Pudelwohl.
    • Dank der Schaltung hinter dem Motor kann in idealem Gang ohne Probleme hügeliges Terrain befahren werden
    • keine Rekupuration möglich
    • geringer Stromverbrauch bei richtiger Gangwahl

Bergiges Gelände

Grafik Berg

Steigungen bis zur Haftgrenze der Reifen und Aufstiege teils über 3 Stunden

  • Direktläufer-Nabenmotoren sind in den Bergen nicht geeignet.
    • sie werden schnell überhitzt und gehen kaputt
  • Getriebe-Nabenmotoren können nur von starken Handbikern mit viel Eigenkraft in den Bergen genutzt werden.
    • lässt man die Motoren nicht unter voller Leistung unterstützen, können starke Steigungen gefahren werden
    • Überhitzung droht
  • Mittelmotoren können, bei richtiger Gangwahl über lange Zeit steile Aufstiege meistern.
    • wer oft in steilen Bergen fährt, sollte kürzere Untersetzungen wählen, damit der Motor in gesunder Drehzahl laufen kann.

Motor, Akku, Sensoren

Ein E-Handbike ist in der Regel wie ein ganz normales Handbike aufgebaut. Zusätzlich verfügt es über Motor, Akku, Sensoren und Controller. Registrieren die Sensoren eine Pedalbewegung, schicken sie ein Signal an den Controller. Der Controller regelt, anhand der Daten der Sensoren, den Stromfluss vom Akku zum Motor welcher dann den Fahrer unterstützt.

Je nach Wahl des Antriebs kann so gut wie jedes handelsübliche Handbike zu einem E-Handbike umgebaut werden.