Handbike Beratung

Engelberg, Surenenpass

Das Handbike mauserte sich in den letzten 25 Jahren vom Sportgerät für Freaks zum meist genutzten Sportgerät für Rollstuhlfahrer.

Dem Handbike kann eine starke Zukunft vorausgesagt werden, da die technischen Entwicklungen dem Nutzer grosse Vorteile bringen.
Das richtig angepasste und individuell zusammengestellte Handbike macht nicht nur den Spitzensportler schneller, sondern ermöglicht auch Gelegenheits-Handbikern und Sportmuffeln den Aktionsradius zu erweitern.

Handbike

mit Familie und Freunden die Freiheit ausser Haus erleben.

Hintergrund dieser Beratungsseite

Mit dieser Beratungsseite will ich dir die Möglichkeit geben,  in die vielfältige Welt des Handbikes einzutauchen. Du wirst erkennen, dass das Standard-Handbike  viel mehr kann als man ihm zutraut. Vor allem soll es dich optimal unterstützen.

Meine mehr als 25 Jahre Erfahrung mit diesem Sportgerät als Rennsportler, Pionier, Entwickler, Hersteller und Händler möchte ich dir gerne weiter geben.

Erfahrung aus Eigenentwicklungen

Gerne lasse ich interssierte Handbiker an meinen Erfahrungen mit der Entwicklung von Handbikes teilhaben.

Gemeinsam mit Jürg Birkenstock entwickelte ich im Jahr 2000 das erste Strassen-Handbike mit Carbonrahmen das Birk08
2019 folgte die Neuauflage des Birk08 das Birk08 Evo19.

Parallel suche ich schon seit einigen Jahren an einem perfekten Handbike für CrossCountry- oder MTB-Fahrten.
Im Innovationszentrum für assistive Technologien IAT innerhalb der Schweizer Paraplegiker Stiftung konnten wir aus diesen Erfahrungen den Kobold entwickeln.

Birk08 Longseat
Birk08 Langsitz-Carbon
Quelle: Handbike-Andi
Walter Eberele mit Birk08 Evo 19 am Swissultra
Birk08 Evo19
Quelle: www.swissultra.ch / (c) Katrin Meier
Kobold 01 CC-Handbike
Kobold01
Quelle: SPS / Handbike-Andi
Kobold 01
Kobold01
Quelle: SPS / Handbike-Andi

Vom Krankenfahrstuhl zum multidisziplinären Sportgerät

Die Bezeichnung Handbike

Die Bezeichnung Handbike stammt wahrscheinlich aus der Symbiose von Fahrrad und Handantrieb. Im selben Zeitraum als die ersten Pioniere mit Handbikes experimentierten, erlebten Mountainbikes für Fussgänger ihren grossen Aufschwung und waren in aller Munde. So war das Wort Mountain schnell durch Hand ersetzt und die Wortkreation Handbike naheliegend.

Genaugenommen ist der Begriff Handbike ein Scheinanglizismus und falsch. Er leitet sich ab vom englischen Wort Hand und dem ebenfalls englischen Wort Bike, einer Kurzform von Bicycle, zu deutsch Zweirad. Die überwältigende Mehrzahl aller Handbikes sind jedoch Dreiräder.

In den englisch sprechenden Regionen wird die eigentlich richtigere Version Handcycle bevorzugt.

Auf dieser Webseite verwendete Begriffe:

Handbike

Handcycle

HPV (Human Powered Vehicles)

In der Liegerad oder HPV (Human Powered Vehicles)-Szene, werden dreirädrige Fahrzeuge Trike genannt. Menschen mit diesem Hintergrund verwenden deshalb oft den Ausdruck Handtrike.

Eine weitere Wortverbindung findet ebenfalls in der Liegeradszene Verwendung. Während die Fahrräder in einem relativ engen Reglementnetz gefangen sind, fühlen sich die Liegeradfreunde viel freier und beschränken sich nicht auf Zwei-, Drei- oder Vierräder sondern experimentieren auch mit Schienen-/Wasser-/Luftfahrzeugen. Sie nennen ihre Geräte schlicht HPV „Human Powered Vehicles“ frei übersetzt „von Menschen (Muskelkraft) angetriebene Geräte“. Davon abgeleitet, starteten Handbiker 1994 an der HPV Europameisterschaften in Laupen (Schweiz) in der eigenen APV „Arm Powered Vehicles“ Klasse, somit fanden die ersten Handtrike Europameisterschaften unter der Bezeichnung APV statt.

Der Begriff APV wird leider auch für bewaffnete Armeefahrzeuge verwendet „Armed Powered Vehicle“, darum ist es wohl sinnvoll auf diesen Begriff zu verzichten.

Fortbewegungsmittel Handbike

Dem üblichen Antreiben von Rollstühlen mittels Greifringen sind Grenzen gesetzt. Die Bewegung der Arme nach vorne unten ist nicht wirklich effizient. Anatomisch bedingte Einschränkungen der Arm- und Schulterkraft lassen bereits geringe Steigungen zur ermüdenden Arbeit werden.

Bereits im 19. Jahrhundert wurden für Gehbehinderte Gefährte konstruiert welche über Handkurbeln angetrieben wurden. Der sportliche Gedanke stand damals kaum im Vordergrund. Bereits damals erkannte man jedoch, dass mit dieser Art des Antriebes effizienteres Vorankommen gewährleistet ist.

In neuerer Zeit fanden Forscher heraus, dass bei Rollstuhlfahrern die Überbelastungsverletzungen der Rotatorenmanschetten die häufigste Ursache für Schulterschmerzen sind (Dyson-Hudson 2004).

Die Folgen:
Von der Gesamtbevölkerung 7 – 23% unter Schulterschmerzen leiden (Luime 2004) unter den Menschen mit einer Querschnittlähmung, also Rollstuhlfahrern, treten diese Schmerzen zu 30 – 73% auf (Ballinger 2000).

Mögliche Ursachen dieser Schulterverletzungen sind:

  • Repetitive Kräfte die auf das Schultergelenk wirken (Kulig 1998).
  • Hohe Muskelkräfte einzelner Muskeln.

Ähnlich sieht es auch im Rennsport aus, weil der Rennrollstuhl ohne Unter- und Übersetzung auskommen muss, sind den Geschwindigkeit physikalische Grenzen gesetzt. So hat der Rennrollstuhl sein Einsatzgebiet im Bereich der Fussgänger Laufdistanzen. Das Handbike hingegen kann bei den Unter- und Übersetzungen aus dem Vollen schöpfen und ist dadurch effizienter und wie oben beschrieben Schulter schonender.

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass das Handbike eine breite Akzeptanz gefunden hat. Nicht nur Sportler schätzen diese Fortbewegungsart sondern auch Alltagsbenutzer.

Studie: Antrieb Rollstuhl vs Handbike

Die Schultern sind beim Handbikefahren weniger Belastungen ausgesetzt als beim Rollstuhlfahren.

Die Mobilität mit dem Handbike ist gesünder als die mit dem Rollstuhl.